Die Reise geht los. Freie Fahrt ins Loch!

Das Auto ist beladen.

Ich kann gar nicht beschreiben wie sich das anfühlt. Irgendwas zwischen Abenteuerlust und Kotzgefühl, würde ich sagen.



Es wäre einfacher abzusagen als zu fahren.

Immer wieder komme ich an den Punkt an dem ich mich frage: "Ist es das Wert? Muss ich das wirklich tun?"


Nur noch ein Schritt. Nur noch ins Auto steigen und los fahren. Ich muss mich ein letztes Mal zwingen, denn "Ja! Ich muss das tun." dieses eine Mal stelle ich mich an erste Stelle.


Ohne Hilfe komme ich aus diesem Strudel aus Erschöpfung nicht mehr raus und dieses eine Mal bin ich mir wichtiger als alles drum rum.

Dieses eine Mal hole ich mir die Hilfe die ich brauche und zwar soviel wie ich brauche und nicht nur gerade soviel das es für alle anderen so bequem wie möglich bleibt...auch wenn ich gestehen muss, sich das soviel schwerer anfühlt als erwartet.


Irgendwo und irgendwann habe ich mich selbst verloren und der Preis ist einfach zu hoch.


Ein letztes Mal schließe ich die Augen, atme tief ein und dreh den Zündschlüssel um. Auf geht’s, finden wir mich wieder.


Die Motivation wurde direkt von ihrem hohen Ross gerissen.

Der erste Tag hat alles was noch da war gefordert.


Eine unbekannte Strecke fahren, Stunden von zuhause entfernt. Konzentrationslevel Expert, schließlich habe ich meine Tochter mit an Bord und suchen kann ich mich auch nicht wenn ich im Graben lande.



Was mir auch nicht bewusst war. So Kurhäuser Wechsel scheinbar alle 3 Wochen einmal komplett durch. Heißt es war ein Gewusel und Gewimmel. Überall schreien gestresste Eltern ihre Kinder an.


Wir müssen Unterlagen abgeben und abholen. Es gibt Schlüssel, es wird erklärt wo was ist und wann was stattfindet.

Alle sind sehr freundlich zu uns und geben sich Mühe, mein Gehirn hatte aber schon beim "Herzlich Willkommen" des ersten Posten abgeschaltet.

Ich werde alles eventuell so drölf mal nachfragen. Verlaufen werde ich mich auch, ganz sicher.


Weiter geht's. Zimmer suchen, Sachen aufs Zimmer bringen, Haus und Umgebung erkunden, Abendessen.

Ich fühle mich wie ein Roboter. Alles zu viel, was hab ich mir da angetan. Ich fühle mich wie vom Bus überfahren. Niemals werde ich hier entspannen. Niemals.

Dem Kind gefällt es richtig gut, das ist schon mal was.


Nach einer sehr kurzen Nacht fühle ich mich so als hätte der Bus der mich gestern überfahren hat noch 3-4 Ehrenrunden auf mir gedreht.


Wahnsinn, ich bin überfordert und dabei habe ich sonst alles im Griff, wenn andere um mich rum überfordert sind.


Beim Blick auf den Wochenplan wird mir dann auch noch schlecht.

Feste Essenszeiten, ein paar Termine zu Erstgesprächen.

Eigentlich stehen da nur Uhrzeiten, Orte und was stattfindet.


Für mich liest es sich jedoch wie folgt:

"Finden Sie sich zur 10. Stunde des Jupiter 3/4 vor dem Herbst hinter der Hobbit Hütte, außenlang, unten drunter, vorbei ein, um dort das dreitausend hinter dem Ohr zu bemerken."


Ich kann nicht sagen wie oft ich es gelesen haben, die Uhrzeit kontrolliert und den Lageplan versucht zu entziffern.

Oft...sehr sehr oft.



Habe dann erstmal das Zimmer aufgeräumt um wenigstens irgendwas zu tun wozu ich noch nicht zu dumm bin.

Wer weiß, ob das morgen auch schon nicht mehr geht?


Das Gruppentreffen der Mütter mit leeren Akkus war immerhin ganz angenehm. Weil alle, wie ich auch, eben nen leeren Akku haben und einfach ruhig und mit sich selbst beschäftigt, so taten als hörten sie aufmerksam zu.


Bei der letzten Veranstaltung des Tages bekam man dann die 3 Phasen der Kur erklärt.


Phase 1: Je nach dem wie extrem man vorher rotiert ist, kann das Wegfallen des Alltag und das komplett neue Umfeld dazu führen das man erstmal in ein Loch fällt. Jenny...jap. Phase 1 - check.


Kleine Randnotiz um auch die guten Sachen an zu merken. Das Bett stinkt nicht und das Bad ist sauber. Wuhooo.


be continued...


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