Ich packe meinen Koffer. Zwischen Gehirngulasch und Heimscheißerkomplex

Das Problem war klar, "Burnout".

Der Weg war auch klar, "Kur".


Doch was man ja so gar nicht auf dem Plan hat...wenn man nie Pause macht und nie von zuhause weg ist, dann ist man halt nie von zuhause weg! Wie geht das denn? Weg von zuhause und der Familie sein?!


In den vergangenen 20 Jahren war ich maximal eine Woche mit der Familie Weg. Ohne sie, hm...mal eine Nacht vielleicht. Beides zusammen kann ich noch an meinen Fingern abzählen und ich bin bei der Anzahl der Finger sehr durchschnittlich...keine Bonusfinger die mitzählen.


Da sitzt du dann, im unterbelichtetsten Zustand den du jemals hattest.

Der Vollrausch mit 17..nein Moment mein Sohn ist jetzt 17...ich war vielleicht doch älter...viel viel älter...wir schweifen ab. Vollrausch und Stilldemenz sind jedenfalls nichts gegen diesen Toastbrot ähnlichen Zustand aktuell.


In diesem Zustand soll man dann, an alles was man braucht, ohne zu wissen was das ist, denken?

Google regelt, Kurlisten werden studiert und eigene geschrieben. Ich bin auch als Toastbrot ein furchtbarer Monk.


Ich starte das packen sehr euphorisch...Im Tempo einer komatösen Schnecke, aber euphorisch...mein Gefühl schwankt zwischen der Befürchtung existenzielles vergessen zu haben und der Zuversicht, auf jede Eventualität vorbereitet zu sein!

Eigentlich kenne ich mich gut genug und weiß, ich kann wie das Fräulein Poppins für jede Situation das passende aus der Tasche ziehen! Ist echt so, mit mir und meinem Gepäck kannst du stranden. Im Zweifel kann ich sogar McGyvern. Wir würden überleben.

Und dann...


Dann fangen die letzten 2 Gehirnzellen an sich zu unterhalten...


"Hey was ist denn mit Corona? Ne Quarantäne da wär sicher ätzend."


"Oder Verletzungen, denk an Verletzungen, die Frau ist trottelig!"


"Oh und wissen wir ob die da richtig putzen? Fremde Bäder sind ja schon echt eklig"


"Fremde Bäder sind ja nix, was wenn das Bett doof ist, stinkt und überhaupt, wie viele da wohl schon drin lagen?"

"Und die Leute die in den anderen Betten liegen? Was wenn da nur komische Leute sind?"


"Gruppenaktivitäten, es gibt sicher Gruppenaktivitäten, die mögen wir ja wie Fußpilz, da lässt sich das wunderbar herausfinden"


"Und was wenn das alles nicht hilft..."


Wow...selbst in dem Zustand denke ich noch zu viel. Erst das Monk Ding beim Packen und dann auch noch die Miesepeter Hirnzellen.

Kennt ihr die beiden Alten, auf dem Balkon der Mupped Show? So sehen die sicher aus.

Jetzt ist die komatöse Schnecke nicht mehr so euphorisch, sie ist es gewohnt zuhause zu sein, da wo man die Putzfrau kennt und wenn das Bett stinkt, selbst schuld daran ist.

Da der Gedanke, ob das wirklich sein muss, vom Klopfen im Ohr übertönt wird...

Heißt es: Ein und Ausatmen. Unvoreingenommen bleiben und alles auf mich zukommen lassen. Von so was lässt man sich nicht abhalten. Wird sicher super, oder zumindest erträglich. Ertragen kann ich eh fast alles. Jenny du warst mal Pfadfinder und hast in Schweden nachts zwischen Fledermäusen und Elchen geschlafen und das Bad war der Wald. Wie viel schlimmer kann das werden? Easy.



Buddha könnte echt noch was von mir lernen. Königin der Gelassenheit -nicht.


"Und wenn sie ohne mich zuhause nicht zurecht kommen?"

Ruhe auf den billigen Plätzen...ich suche 30 Minuten nach einem Handy in meiner Arschtasche, wieviel nutzen habe ich da aktuell. Es werden alle ganz wunderbar zurechtkommen. Das wird super.


Ich packe meinen Koffer und nehme mit:

Den Wunsch mich wieder im Spiegel zu erkennen.

Die Hoffnung das das Bad nicht eklig ist.

Zuversicht, dass es nur besser werden kann.


Morgen geht's los. be continued...

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